Veranstaltung: | BUFAK WiWi Bayreuth |
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Tagesordnungspunkt: | 4. Bestehende Positionspapiere |
Antragsteller*in: | BuFaK Rat |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 22.03.2025, 11:15 |
A1: Anpassung der Vorlesungszeiten an europäische Standards
Antragstext
Die BuFaK WiWi fordert, die deutschen Vorlesungszeiten an die in Europa und den
USA vorherrschenden Muster anzupassen und entsprechend vorzuverlegen.
Eines der Ziele von Bologna war die Steigerung der Mobilität im europäischen
Hochschulraum. Grundsätzlich ist es für viele Studierende attraktiv, ein oder
mehrere Semester im Ausland zu verbringen, jedoch besteht auch hier ein
gewissess Entwicklungs- und Erleichterungspotential. So führen unterschiedliche
Prüfungszeiträume dazu, dass vor Beginn des Auslandssemesters kein Antritt zu
allen Prüfungen möglich ist. In Ermangelung eines einheitlichen
Bewerbungsverfahrens sind Studierende in ihrer Wahl des Auslandsaufenthaltes
hauptsächlich auf Partneruniversitäten beschränkt. Um die zuvor vorgetragenen
Aspekte zu adressieren, fordert die BuFaK WiWi, andere hochschulpolitische
Konferenzen, wie die KMK, HRK, WISOFT und BDK, dazu auf, zu prüfen was aus Ihrer
Sicht in Deutschland und in Europa noch reformiert werden muss, um die folgenden
Maßnahmen und Ziele umsetzen und erreichen zu können.
Die HRK hat dieses Bestreben bereits im Jahr 2007 geäußert und als
Umsetzungsziel 2010 angestrebt. Dieses Ziel wurde seit den mittlerweile neun
Jahren noch nicht erreicht, dennoch ist das Problem auch heute noch aktuell und
akut (1).
Durch eine weitere Vereinheitlichung der europäischen Bildungssysteme sollen die
Hürden für Auslandssemester reduziert und deren Attraktivität gesteigert werden.
Hierzu muss die Implementierung einer europaweit einheitlichen Bewertungsskala
vorangetrieben werden, um dadurch die Anrechnung von im Ausland erbrachten
Leistungen zu vereinfachen. Darüber hinaus müssen die Semester- und
Prüfungszeiträume europaweit weiter vereinheitlicht werden, um einfache
Übergänge zum Auslandssemester zu ermöglichen. Darüber hinaus müssen die
(Semester) Vorlesungs- und Prüfungszeiträume europaweit weiter vereinheitlicht
werden, um einfache Übergänge zum Auslandssemester zu ermöglichen. Daher fordern
wir, die Semesterzeiten der deutschen Hochschulen an die in Europa und den USA
vorherrschenden Muster anzupassen und entsprechend vorzuverlegen. In einem
Herbst/Wintersemester, welches den Zeitraum vom 1. September bis 28. Februar des
Folgejahres umfasst, sollen diese Kernzeiten am ersten Montag des Septembers
beginnen und spätestens Mitte/Ende Januar enden. In einem Frühjahrs-
/Sommersemester, das den Zeitraum vom 1. März bis 31. August umfasst, sollen
diese Kernzeiten am ersten Montag des März beginnen und spätestens Ende Juni
enden [1].
Die Universität Mannheim zeigt bereits die Machbarkeit dieser Umstellung, indem
sie ihre Semester- und Vorlesungszeiten für jeweils das Sommer- und
Wintersemester vorverlegt hat. Auch die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
plant im Rahmen des Universitätszusammenschlusses “EUCOR – The European Campus
EVTZ” die Semesterzeiten an die europäischen Zeiten anzupassen.
Da laut Hochschulrahmengesetz die Länder dafür Sorge tragen sollten, “dass die
Gleichwertigkeit einander entsprechender Studien- und Prüfungsleistungen sowie
Studienabschlüsse und die Möglichkeit des Hochschulwechsels gewährleistet
werden.” (HRG §9(2)), fordert die BuFaK WiWi alle Landesregierungen auf bei
dieser Thematik an einem Strang zu ziehen. Die Einführung eines europaweit
einheitlichen Bewerbungssystems erhöht die Flexibilität der Studierenden im
europäischen Hochschulraum und erleichtert den Zugang zu Auslandssemestern.
Zudem wird die Hochschulauswahl für Abiturient:innen europaweit vereinfacht und
vereinheitlicht. Durch die Umstellung der Vorlesungszeiten kann also ein aktuell
großer Standortnachteil Deutschlands im internationalen Vergleich ausgebessert
werden, was den Wissenschaftsstandort Deutschland maßgeblich attraktiver
gestalten wird.
In einer Zeit, in der die Identifizierung von Akademiker:innen mit gemeinsamen
Werten die Zukunft Europas verteidigt, fordern wir, allen
wirtschaftswissenschaftlichen und den Studierenden aus anderen Fachbereichen den
Zugang zu einem Auslandssemester bzw. gleichwertigen Ersatzleistungen zu
ermöglichen und diesen möglichst zu vereinfachen und europaweit zu
vereinheitlichen. Hierzu gehören auch internationale Konferenzen, welche durch
diese Maßnahme sowohl für deutsche Studierende als auch für Forschende bzw.
Lehrende deutlich einfacher zu koordinieren/besuchen wären.
Quellen:
Begründung
Turnusmäßige Bestätigung
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