| Veranstaltung: | BuFaK WiWi Mönchengladbach |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.1. Bestehende Positionspapiere |
| Antragsteller*in: | BuFaK Rat |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 12.09.2026, 10:35 |
A2: Forderung einer nachhaltigen und generationengerechten Rentenreform
Antragstext
Mit 27,2% des Bundeshaushalts, entsprechend 132,9 Milliarden Euro, entfallen die
höchsten öffentlichen Ausgaben Deutschlands auf die Rentenversicherung und die
Grundsicherung im Alter. Ein erheblicher Teil dieser Mittel fließt als direkte
Bundeszuschüsse in die allgemeine Rentenversicherung, zusätzlich zu den
regulären Beiträgen in Höhe von 289,0 Milliarden Euro. Dies verdeutlicht die
strukturelle Unterfinanzierung des Rentensystems.
Der demografische Wandel verschärft diese Problematik: Eine stetig schrumpfende
Zahl von Erwerbstätigen muss eine wachsende Zahl von Rentenbeziehenden
finanzieren. Diese Entwick-lung gefährdet die langfristige Stabilität und
Finanzierbarkeit des gegenwärtigen Rentensystems und erfordert dringend
umfassende Reformen.
Bis zum Jahr 2036 werden fast 19,5 Mio. in Rente gehen während nur 12,5 Mio.
neue Personen in den Areitsmarkt hinzukommen. [8]
Die Reformansätze der vergangenen Jahre, darunter das Rentenpaket II,
priorisieren oft kurzfris-tige Entlastungen für ältere Generationen, während die
jüngere Generation mit langfristig stei-genden Beitrags- und Steuerlasten
konfrontiert wird (vgl. Ragnitz, 2024). Sowohl das inflations-bereinigte
Einkommen als auch das durchschnittliche Nettovermögen von Rentenbeziehenden
steigen seit 2007 kontinuierlich an. Diese intergenerationelle Umverteilung
gefährdet die Ge-rechtigkeit zwischen den Generationen und verstärkt die
Unsicherheit junger Erwerbstätiger in Bezug auf ihre individuelle
Altersvorsorge. Der Vertrauensverlust in die Tragfähigkeit des Sys-tems wird
zusätzlich durch die hohe Abgabenlast verstärkt: Deutschland weist laut OECD den
zweithöchsten Anteil von Steuer- und Sozialabgaben an den Arbeitskosten der OECD
Mitglieds-länder auf. Das ifo-Institut (vgl. Rausch & Börsch-Supan, 2024) merkt
an, dass sich “durch die Haltelinie des Rentenpakets II [...] die Beitragslast
in etwa verdoppeln [würde]”. Eine solche Belastung stellt nicht nur ein
finanzielles Risiko dar, sondern mindert auch die Attraktivität des
Wirtschaftsstandorts, was potenziell zu einer Abwanderung qualifizierter
Fachkräfte und Unter-nehmen führt.
Vor diesem Hintergrund fordert die BuFaK WiWi, die unausweichlichen Belastungen
des Ren teneintritts der geburtenstarken Jahrgänge gerecht auf Rentenbeziehende
sowie Steuer- und Beitragszahlende zu verteilen. Eine Reform, die einseitig die
junge Generation belastet, ver-kennt die Notwendigkeit, die Lasten gleichmäßig
zu verteilen und gleichzeitig Anreize für wirt-schaftliche Leistungsfähigkeit
und Standortattraktivität zu schaffen.
Die demografischen und fiskalischen Herausforderungen des Rentensystems
erfordern eine grundlegende Neuausrichtung, die sowohl langfristige finanzielle
Stabilität gewährleistet als auch soziale Gerechtigkeit zwischen den
Generationen sicherstellt. Die BuFaK WiWi fordert, dass eine nachhaltige
Rentenpolitik die bestehenden Strukturen reformieren muss, ohne die ökonomischen
Perspektiven und die gesellschaftliche Teilhabe zukünftiger Generationen zu ge-
fährden. Dies ist damit nicht nur eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit,
sondern auch ein zentraler Beitrag zur Wahrung des sozialen Zusammenhalts und
der Innovationskraft Deutsch-lands.
Quellen:
[1] Bundeshaushalt. Zugriff am 17. November 2024,
vonhttps://www.bundeshaushalt.de/DE/Bundeshaushalt-digital/bundeshaushalt-
digital.html
[2] Bund-Länder Demografieportal. Zugriff am 17. November von
https://www.demografieportal.de/DE/Fakten/einkommen-aeltere-haushalte.html
[3] Institut der deutschen Wirtschaft (2024) Zugriff am 17. November 2024, von
https://www.iwd.de/artikel/hoehere-nettovermoegen-in-deutschen-haushalten-
618652/
[4] OECD. (2024). Taxing Wages 2024. Tax and Gender through the Lens of the
Second Earner. Zugriff am 17. November 2024, von
https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/topics/policy issues/tax-policy/taxing-
wages-brochure.pdf
[5] Ragnitz, J. (2024). Wirkungen des Rentenpakets II: Ältere profitieren,
Jüngere verlieren. ifo Dresden berichtet, 31(4), 22-25. [6] Rausch, J., &
Börsch-Supan, A. (2024). Mehrausgaben des Rentensystems aufgrund des
Rentenpakets II. ifo Schnelldienst, 77(05), 63-72.
[7] Statistisches Bundesamt, Wiesbaden (2007) Zugriff am 17. November 2024, von
https://www.destatis.de/DE/Methoden/WISTA-Wirtschaft-und-Statistik/2007/10/geld
immobilien-rentner-102007.pdf
[9] Statistisches Bundesamt, Wiesbaden (2007) Zugriff am 17. November 2024, von
https://www.destatis.de/DE/Methoden/WISTA-Wirtschaft-und-Statistik/2007/10/geld
immobilien-rentner-102007.pdf
Begründung
Turnusmäßige Bestätigung

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