| Veranstaltung: | BuFaK WiWi Bremen |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.1. Bestehende Positionspapiere |
| Antragsteller*in: | Henrik Sykora (Alumnus, Uni Oldenburg) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 06.05.2026, 20:05 |
A11: Befürwortung des Deutschlandsemestertickets
Antragstext
Die BuFaK WiWi befürwortet die Einführung des Deutschlandtickets und des
Deutschlandsemestertickets und unterstützt die damit verbundenen Entlastungen
von großen Teilen der Studierendenschaft. Wir fordern, dass die notwendigen
Schritte unternommen werden, damit dieses auch in Zukunft im Rahmen des
Solidarmodells für alle Studierenden bezahlbar angeboten wird.
Hochschulstandorte sind häufig Großstädte [1], wodurch viele Studierende auf den
öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind. Weiterhin setzt ein
Semesterticket den Anreiz, auch bei z. B. Heimfahrten vom Auto- und
Flugzeugverkehr auf den Bahnverkehr umzusteigen. Dies kommt nicht nur der Umwelt
zugute, sondern schafft auch eine bessere Auslastung und ermöglicht dadurch eine
engere Netzdichte. Darüber hinaus sinkt die Hemmschwelle, sich bei der Wahl des
Studienortes ganz auf die angebotenen Fächer zu konzentrieren und die Kosten der
Heimreise zu vernachlässigen. Je früher die Gesellschaft beginnt, mit der Bahn
zu reisen, desto wahrscheinlicher ist eine lebenslanger Nutzung. Dies bedeutet
in der Konsequenz, dass der langfristige Effekt für Umwelt und Gesellschaft
erheblich ist, wenn die Bundesstraßen dadurch langfristig entlastet werden. Die
Einsparungen und der volkswirtschaftliche Gewinn können so direkt der
Unterstützung und Subventionierung des Tickets zugutekommen und sinnvoll
investiert werden.
Dennoch sind Studierende, gerade an ländlichen Hochschulstandorten, darauf
angewiesen, den ÖPNV in Kombination mit dem Fahrrad zu nutzen. Die
Fahrradmitnahme im Stadtverkehr, wie sie bereits in vielen Semestertickets im
Raum NRW (VRR, VRS, AVV und WestfalenTarif) üblich war, stellt eine gute Lösung
dar, die durch die Einführung des Deutschlandsemestertickets jedoch abgeschafft
wurde. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass das Deutschlandsemesterticket
eine kostenlose Fahrradmitnahme im Landkreis-Verkehr ermöglicht.[2]
Das Deutschlandsemesterticket wurde zum Sommersemester 2024 eingeführt. Es gilt
für alle Studierenden teilnehmender Hochschulen nach dem Solidarmodell. Der
Preis ist an das Deutschlandticket (60 %) gekoppelt. Dementsprechend führt eine
Preiserhöhung des Deutschlandtickets im gleichen Maße zu einer Preiserhöhung des
Deutschlandsemestertickets.[3] Bei den ersten Versuchen, ein solches Ticket als
Ersatz für ein landesweites Semesterticket einzuführen, gab es vermehrt
Vorbehalte (z. B. an einigen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen), dass ein
Deutschlandsemesterticket über ein Solidarmodell nicht zu rechtfertigen sei,
wenn es den Preis eines landesweiten Tickets überschreite. In diesem Fall werden
Kosten solidarisch verteilt, die für den Großteil der Studierendenschaft nicht
notwendig sind. Durch den reduzierten Preis von 60% war dies jedoch möglich. Aus
diesen Punkten resultiert die Frage, ob das Deutschlandsemesterticket auch
zukünftig günstiger als die entsprechenden landesweiten Tickets bleibt.
Insbesondere da die Finanzierung des Deutschlandtickets ab 2026 voraussichtlich
nicht mehr durch den Bund gesichert ist und somit der Preis nicht mehr durch die
Regierung vorgegeben wird.[4] Die BuFaK WiWi fordert, dass der Preis des
Deutschlandsemestertickets auch weiterhin unter dem Preis landesweiter
Nahverkehrstickets bleibt. Dies kann durch eine Begrenzung der Preissteigerung
des Deutschlandtickets erfolgen. Alternativ sollte der Preis des
Deutschlandsemestertickets vom Deutschlandticket entkoppelt werden.
Quellen:
Begründung
Eingereicht, um Änderungsanträge zu stellen

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