| Veranstaltung: | BuFaK WiWi Bremen |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.1. Bestehende Positionspapiere |
| Antragsteller*in: | Henrik Sykora (Alumnus, Uni Oldenburg) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 06.05.2026, 19:59 |
A10: Konsequente Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen
Antragstext
Globale Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und
Ressourcenknappheit erfordern dringendes Handeln. Die
Bundesfachschaftenkonferenz Wirtschaftswissenschaften (BuFaK WiWi) fordert eine
umfassende und konsequente Implementierung von Nachhaltigkeit an deutschen
Hochschulen. Unter dem Begriff der Nachhaltigkeit ist dabei eine “[…]
Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren,
dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können”,
zu verstehen.[6] Außerdem macht Nachhaltigkeit das gleichberechtigte
Zusammenspiel der folgenden drei Facetten aus:
1. Ökologische Nachhaltigkeit: Schutz und Erhalt der natürlichen Ressourcen und
Ökosysteme.
2. Ökonomische Nachhaltigkeit: Langfristige wirtschaftliche Stabilität und
Effizienz ohne Ausbeutung von Mensch und Natur.
3. Soziale Nachhaltigkeit: Förderung von sozialer Gerechtigkeit, Bildung und
Teilhabe für alle Gesellschaftsschichten. [7]
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere aus dem Bericht "The 2024
State of the Climate Report: Perilous Times on Planet Earth" von Ripple und
Kollegen (2024) sowie dem Sechsten Sachstandsbericht des IPCC (2021), die
Dringlichkeit sofortigen Handelns verdeutlichen. Rechtliche Grundlagen wie
Artikel 20a des Grundgesetzes verpflichten uns zum Schutz der natürlichen
Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen. Die Ziele für nachhaltige
Entwicklung der Vereinten Nationen (UN SDGs) betonen die Notwendigkeit von
hochwertiger Bildung und Klimaschutzmaßnahmen.
Nachhaltige Hochschulstrategie
Wir fordern, dass Nachhaltigkeit fest in die Hochschulstrategie integriert wird.
Hochschulen spielen als Bildungseinrichtungen eine entscheidende Rolle, indem
sie bei aktuellen und zukünftigen Entscheidungstragenden ein Bewusstsein für
nachhaltiges Handeln schaffen. Zudem wirken Hochschulangehörige oft in
beratenden Funktionen in Gremien mit, wodurch Hochschulen direkt politischen
Einfluss nehmen können. Um schnellstmöglich Klimaneutralität zu erreichen sehen
wir es als notwendig an, dass Nachhaltigkeit institutionell verankert wird,
indem Nachhaltigkeitsabteilungen oder -beauftragte in der Hochschulleitung
etabliert und Nachhaltigkeit in Leitbildern sowie Entwicklungsplänen priorisiert
werden. Zudem sollen Maßnahmenpläne entwickelt werden, um Treibhausgasemissionen
zu reduzieren und die Energieeffizienz gemäß wissenschaftlichen Empfehlungen zu
steigern.
Nachhaltiger Hochschulbetrieb
Durch die Umstellung auf 100 % erneuerbare Energien und die Implementierung von
Energieeffizienzmaßnahmen in Gebäuden und Infrastruktur können Hochschulen ihren
Energieverbrauch reduzieren und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Wir fordern die Förderung emissionsarmer Verkehrsmittel sowie den Ausbau der
Infrastruktur und Anreize für nachhaltige Mobilität. Beispielsweise dient die
Förderung des Deutschlandsemstertickets zur Reduzierung von Emissionen. Bei der
Beschaffung sollten umweltfreundliche und fair gehandelte Produkte bevorzugt
werden, um ökologische und soziale Standards zu unterstützen. Die Einführung
ökologisch nachhaltiger Speiseangebote in Mensen und Cafeterien mit Fokus auf
pflanzlichen, regionalen und saisonalen Produkten reduziert den ökologischen
Fußabdruck, fördert die Biodiversität und verringert den Wasserverbrauch.
Schließlich ist die regelmäßige Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten
nach anerkannten Standards essenziell, um Fortschritte sichtbar zu machen und
Verantwortlichkeit zu gewährleisten. Ressourcenschonung wird durch konsequente
Abfallvermeidung und effektives Recycling erreicht. Zur Vermeidung von
Lebensmittelverschwendung sollen innovative Konzepte wie Foodsaving umgesetzt
werden.
Integration von Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung
Die Lehre ist der Bereich, in dem alle drei Facetten der Nachhaltigkeit -
ökologische, ökonomische und soziale - unmittelbar angewendet werden können.
Durch Forschung und Lehre wird es möglich, diese Aspekte gleichermaßen zu
adressieren und künftige Generationen für nachhaltiges Handeln zu
sensibilisieren. Daher fordern wir eine kritische Hinterfragung in allen
Modulen, ob Themenbereiche auch einen direkten oder indirekten Bezug auf
Nachhaltigkeit aufweisen. Diese Bezüge sollen aktiv aufgegriffen und diskutiert
werden. Außerdem fordern wir die Förderung inter- und transdisziplinärer
Lehrangebote, welche Kompetenzen in Nachhaltigkeit vermitteln. Veranstaltungen,
Workshops und Kampagnen zu nachhaltigen Themen ergänzen dieses Angebot und
tragen zur Sensibilisierung bei. Auch in der Forschung fordern wir die
konsequente Verfolgung von Nachhaltigkeit. Nachhaltige Projekte, insbesondere
solche, die Lösung für den Klimawandel, den Verlust der Biodiversität sowie
soziale Gerechtigkeit unterstützen sollen gezielt unterstützt werden. Zudem wird
die Zusammenarbeit mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik und der
Zivilgesellschaft forciert, um nachhaltige Innovation voranzutreiben.
Nachhaltigkeit in der Politik
• Rahmenbedingungen schaffen: Anpassung der Hochschulgesetze zur verbindlichen
Verankerung von Nachhaltigkeit.
• Finanzielle Unterstützung: Bereitstellung von Fördermitteln für
Nachhaltigkeitsinitiativen und energieeffiziente Infrastruktur.
• Transparenz und Berichterstattung: Regelmäßige Veröffentlichung von
Nachhaltigkeitsberichten nach anerkannten Standards.
Quellen:
[1] Ripple, W. J., et al. (2024).The 2024 State of the Climate Report: Perilous
Times on Planet Earth. BioScience. https://doi.org/10.1093/biosci/biae087
[2] Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (2021).Sechster
Sachstandsbericht (AR6) – Zusammenfassung für politische
Entscheidungsträger.https://www.ipcc.ch/assessmentreport/ar6/
[3] Artikel 20a Grundgesetz:https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20a.html
[4] Vereinte Nationen (2023).Ziele für nachhaltige Entwicklung (UN
SDGs).https://www.un.org/sustainabledevelopment/development-agenda/
[5] Our World in Data (2023).Einfluss der Ernährungsgewohnheiten auf den
Klimawandel.https://ourworldindata.org/food-choice-vs-eating-local
[6] Iglesias, E. u.a. 1987: Our Common Future, Report of the World Commission on
Environment and Development, S.4
[7] Was ist soziale Nachhaltigkeit (2024).Fernhochschule The Mobile University.
https://www.mobile-university.de/blog/was-ist-
sozialenachhaltigkeit/#:~:text=Soziale%20Nachhaltigkeit%20einfach%20erkl%C3%A4rt-
,- Geschlecht%2C%20Herkunft%20oder%20sozialem%20Status.
Begründung
Eingereicht, um Änderungsanträge zu stellen

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