| Veranstaltung: | BuFaK WiWi Bremen |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.2. Neufassungen |
| Antragsteller*in: | Henrik Sykora (Alumnus, Uni Oldenburg) |
| Status: | Angenommen |
| Antragshistorie: | Version 3 |
NF6: Befürwortung des Deutschlandsemestertickets
Antragstext
Die BuFaK WiWi befürwortet den Erhalt des Deutschlandsemestertickets aufgrund
signifikanter positiver Effekte auf soziale Teilhabe von Studierenden und auf
die Klimabilanz. Das Ticket muss jedoch auch in Zukunft für die gesamte
Studierendenschaft bezahlbar bleiben.
Das Ticket führte nach Einführung zu einer begrüßenswerten Verlagerung von
Autoverkehr auf den ÖPNV und trägt erheblich zur Erreichung der Klimaziele im
Verkehrssektor für die Bevölkerungsgruppe der Studierenden bei. Dabei wird es
durchschnittlich als komfortabler und nützlicher als zuvor bestehende
Ticketmodelle bewertet.[1] Die Effekte des Tickets wirken zudem über die
Studienzeit hinaus, weil sich nachhaltige Verhaltensmuster junger Erwachsener
dauerhaft prägen.[2]
Aktuell ist das Deutschlandsemesterticket preislich mit 60% des Preises am
Deutschlandticket gekoppelt. Es gilt für alle Studierenden teilnehmender
Hochschulen nach dem Solidarmodell. Da der Preis des Deutschlandtickets jährlich
steigt, steigt auch der Preis des Deutschlandsemestertickets kontinuierlich mit,
konkret um 18,3%, bzw. um 32,40€ im Semester in 2025 und 8,6%, bzw. um 18€ im
Semester in 2026. Für die Zukunft ist geplant, den Betrag an einen Kostenindex
zu koppeln, sodass das Ticket jedes Jahr automatisch teurer wird. Gleichzeitig
lebt circa ein Drittel aller Studierenden in prekären Einkommensverhältnissen
und ist teils auf BaFöG angewiesen. [3] Der BaFöG-Grundbedarf ist in den letzten
Jahren nicht gestiegen und wird geplant erst in 2028 an die Grundsicherung
angeglichen.[4] Studierende werden dadurch gezwungen, einen immer höheren Anteil
ihres Budgets für Mobilität auszugeben. Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar,
deshalb fordert die BuFaK WiWi, den Preis des Deutschlandsemestertickets an das
Preisniveau des BaFöG-Grundbedarfs zu koppeln. Das heißt, dass der Preis
konstant gehalten werden muss, so lang die BaFöG-Grundsicherungspauschale nicht
erhöht wird.
Die Entscheidungen zur Entwicklung des Deutschland- und
Deutschlandsemestertickets werden in der Verkehrsministerkonferenz der Länder
getroffen. In diesem Gremium gibt es momentan keine studentischen
Interessenvertreter:innen, auch nicht in beratender Funktion. Wir fordern eine
verpflichtende Partizipation studentischer Mitglieder bzw. einen studentischen
Beirat für Entscheidungen.
Leihräder, wie sie in vielen Hochschulstädten angeboten werden, sind oft eine
sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV, insbesondere zur Bewältigung der “letzten Meile”.
Wir empfehlen, solche Bike-Sharing Angebote wenn möglich seitens der zuständigen
lokalen Institutionen ins Deutschlandsemesterticket hinein zu verhandeln, sodass
Leihräder ohne Zusatzkosten oder stark vergünstigt genutzt werden könnten.
[1] Sykora, H. (2025). Das Deutschlandsemesterticket - Auswirkungen auf
nachhaltige Mobilität von Studierenden. doi.org/10.13140/RG.2.2.13287.61602
[2] Müggenburg, H., Busch-Geertsema, A., & Lanzendorf, M. (2015). Mobility
biographies: A review of achievements and challenges of the mobility biographies
approach and a framework for further research. Journal of Transport Geography,
46, 151–163
[3] Anbuhl, M. (2023). DSW: Soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden -
Studierendenwerk Aachen. Abgerufen am 26.9.2025 https://www.studierendenwerk-
aachen.de/de/aktuelles/beitrag/dsw-soziale-und-wirtschaftliche-lage-der-
studierenden.html
[4] Szent-Ivanyi, T. (2026). Neuer Höchstbetrag: Bis zu 563 Euro für
Studierende. rnd. Abgerufen am 16.05.2026 https://www.rnd.de/politik/bafoeg-
reform-beschlossen-studierende-bekommen-bis-zu-563-euro-ab-2029-
T3ZFKNZAWBGJTDX222OJBZVQQA.html
Begründung
erfolgt mündlich
Änderungsanträge
- Ä3 (Henrik Sykora (Alumnus, Uni Oldenburg), Eingereicht)

Kommentare
Henrike Koscharre :