| Veranstaltung: | BuFaK WiWi Bremen |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.2. Neufassungen |
| Antragsteller*in: | Ben (Uni Hohenheim) |
| Status: | Angenommen |
| Antragshistorie: | Version 2 |
NF2: Modernisierung des wissenschaftlichen Publikationswesens nach dem Gold Open Access Prinzip
Antragstext
Für effiziente Forschung ist der Zugang zum aktuellen Forschungsstand
essenziell. Der derzeitige Wissenszugang stellt für Studierende und Forschende
aber einen unzumutbaren Aufwand dar. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind oft
hinter kostenpflichtigen Barrieren klassischer Verlage verborgen. Öffentlich
finanzierte Forschung sollte aber auch der Öffentlichkeit kostenfrei zu
Verfügung gestellt werden.
Es bedarf dem Ausbau von freiem Zugang nach dem Open Access Prinzip,
verpflichtender Maschinenlesbarkeit und moderner Qualitätssicherungsverfahren,
um das Publikationswesen an das digitale Zeitalter anzupassen, effiziente sowie
aktuelle Forschung zu ermöglichen und diese zu unterstützen.
Aktuelle Situation
Digitaler Open Access Zugang sollten sofortigen und uneingeschränkten Austausch
von Wissen ermöglichen, wovon Forschung und Lehre gleichermaßen profitieren
würden. Die historisch gewachsene Struktur von kostenpflichtigen Print-
Publikationen gilt im digitalen Zeitalter als überholt, stellt aber noch immer
eine Hürde in der Forschung dar. Studierende haben über ihre Bibliotheken oft
nur eingeschränkten Zugang zum aktuellen Forschungsstand, da Verlage häufig nur
zeitlich begrenzte Nutzungsrechte für elektronische Angebote gewähren. Sobald
Verträge auslaufen oder Budgets gekürzt werden, verschwindet der Zugriff auf
essenzielle Quellen. Drittmittelprojekte wie z.B. die der DFG werden bereits oft
Open Access veröffentlicht, doch es fehlt klar an einer flächendeckenden
Verstetigung.
Im Jahr 2026 ist der rein menschliche Zugriff auf Texte nicht mehr ausreichend.
Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz erfordern,
dass wissenschaftliche Werke systematisch von KI-Systemen ausgewertet werden
können. Ohne eine standardisierte Maschinenlesbarkeit bleibt ein Großteil des
Wissens für moderne Recherchemethoden unsichtbar und damit für den
wissenschaftlichen Fortschritt ungenutzt.
Aus diesem notwendigen Übergang zu einem modernen, digital-nativen
Publikationswesen ergibt sich zwingend auch die Forderung nach moderneren
Qualitätssicherungsmaßnahmen, um auch weiterhin die Relevanz der einzelnen
Publikationen zu bergründen.
Hauptforderungen der BuFaK WiWi
- Fördern von Gold Open Access: Der freie Zugang zu wissenschaftlichen
Erkenntnissen muss als Standard etabliert werden, wobei diese nach dem
Gold Open Access Prinzip in Zeitschriften oder Monographien
erstveröffentlicht werden sollten [1]. Dies muss hilfsweise durch
zweckgebundene, dauerhafte Finanzierungsprogramme von Bund und Ländern für
Publikationsgebühren (Article Processing Charges) abgesichert werden, um
zu verhindern, dass die Pflicht zum Gold Open Access zu einer finanziellen
Publikationshürde für ressourcenschwächere Institute und
Nachwuchswissenschaftler:innen wird.
- Maschinenlesbarkeit (KI-Readability) gewährleisten: Publikationen müssen
zwingend maschinenlesbar sein, um eine effiziente, KI-gestützte Recherche
zu ermöglichen.
- Reformieren und fördern der Qualitätssicherung: Finanzielle Förderung und
Ausbau neuer Evalutaionsmethoden wie Open Peer Review oder Post
Publication Peer Review.
[1] Verschiedene Typen von Open Access: https://open-
access.network/informieren/open-access-grundlagen/open-access-gruen-und-gold
(Zugriff: 16.05.2026)
Begründung
Neufassung zu A7
Anpassung an die neue Posipa Struktur
Inhaltlich: Umbenennung und Anpassung, Fokus auf aktuelle Herausforderung

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Samantha Slomsek: